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Von allen Sachen die ich von dir gehört habe, von allen Handlungen die mir weh taten steht allein dieser Satz da …

 

„lange genug plagte mich ein schlechtes gewissen darüber dass ich dir nicht geben konnte wonach du dich gesehnt hast. sogar nachdem du mich verprügelt hast machte ich mir noch vorwürfe.“

 

… um mir deutlich zu zeigen was für einen großes und für mein Verständnisse unverzeihbares Fehler ich gemacht habe in dem ich dich schlug. Ich habe einige Sachen in meinen Leben angestellt und diese Tatsache steht unter den Momenten an dem ich mich ungern erinnere, auf der ich nie und nimmer stolz sein werde denn Du warst nicht mein Feind, sondern eine Person mit der ich nicht kommunizieren konnte.

 

Wenn es ein Kampf war, da war er von Anfang an ungleich. Wenn es sonst was war, dann war da eine vor Schreien überaus schlechte und unhörbare Sprache zwischen uns.

 

Dich zu schlagen war einfach meine Unfähigkeit diesen Stress anders auszudrücken, weil ich ihn nicht verstanden habe und weil ich ihn nicht erklären konnte. Ich wusste nicht warum ich mich so verspannt gefühlt habe in deiner Nähe, warum ich ein Jahr lang nicht schlafen konnte  und warum ich manchmal üble Alpträume hatte. Ich fühlte mich während wir zusammenlebten wie ein Loser weil ich diesen Frieden für uns beide nicht kreieren konnte. Mich um mich kümmern konnte.

 

Ich trage die alleinige Verantwortung für die Tatsache dass ich dich schlug. Ich bin hier der Übeltäter. Ich bin derjenige der einen anderen Weg hätte finden müssen um dir zu zeigen was ich in mir trage und was ich für einen Druck spüre innerhalb der Wohnung. Und weil ich mich bis heute verletzt fühle durch meine eigene Tat, suche ich nach Erklärungen.

 

Zu meiner Verteidigung; getarnt als Vorwurf wurde mir während unseres Zusammenlebens im letzten Jahr häufiger die Frage der Authenzität gestellt. Vermutlich wusste der Fragesteller nicht um was es sich handelt beim Ausstoßen eines Menschen aus seinem Heimatort, vertraute Umgebung und was die Wirkung dessen für eine brennende Wut aufbringen kann. Vielleicht wollte der Beobachter den unbändigen Drang nach Familie, Rituale und einfache Zuneigung nicht verstehen. Schwierig wenn dieser sich in der privilegierten Position befindet, zwischen seinen Leuten zu sein und der Andere nur über seine vermuteten „Zwischentöne“ verstehen zu wollen.

 

 

Vielleicht erinnerst Du dich an einem Stück über zwei Türenspalte das ich angefangen habe zu schrieben. Der eine Spalt war fast immer offen, ja fast einladend. Nur in Zeiten der vollkommenen Verzweiflung war er fest verriegelt aber auch dann stand leider Unfairerweise eine Einladung an.

 

Der andere entsprach mehr die Beschreibung eines Spaltes; oft nicht zu sehen da sein Träger entweder zu war oder sehr wenig Raum in ihm entfalten ließ.

 

Ich habe nicht nur die Furche zwischen Rahmen und Tür zerstörerisch aufgeschlagen, sondern der ganze Durchgang verschüttet. Das einzige was mir an dem Abend durch den Kopf ging war dass die Hilflosigkeit enden muss. Dass ich nicht mehr angelogen werde oder mir selber was vormachen darf, sprich mich selbst nicht mehr belügen darf.

 

Deutschland kann nie einen Ersatz für Palästina werden. Ich kann nie eine Identität schaffen in einem Land wo die kollektive Suche nach sich selbst zwei Weltkriege und unzählige Tote hervorbrachte. Obwohl spirituell möglich, ich fände es schwierig einen Boden zu bepflanzen was sein Herz immer noch mit Schmerz reimt und nicht als die Quelle seiner Freude sieht. Wie Blind könnte ich sein?

 

Die Verneinung meiner Herkunft, die Angst mich intensivst damit auseinander zu setzen, der Horror noch mal geschändigt und herabwürdigt zu sein, die Unfähigkeit mich einen unvermeidbaren Kampf zu stellen aufgrund meiner Sexualität und meiner selbst erschaffene Identität sind die größten Hindernisse die mich daran hindern ein wirkliches Zuhause zu finden.

 

Ich habe kein Ort an sich gesucht sondern ein Refugium. Zuflucht um Sicherheit zu erlangen um endlich nach fünfzehn Jahren der Kälte, eine warme Haut zu gewinnen aus Freude und nicht weil ich mich wieder verausgabte.

 

Die Geborgenheit die ich mit dir in der Wohnung suchte war nur ein anderes Wort für Bestätigung, für Akzeptanz. Ich wollte nur wissen dass das was ich erschaffen habe auch bei anderen, auch bei dir, auf Zustimmung trifft. Deswegen waren deine Kommentare nach der Party unheimlich verletzend. Ich habe mir nur erlauben wollen zu feiern, einfach das zu sein was ich sein wollte und dieses Erlaubnis gab ich mir als Du mir deine Zuversicht signalisiert hast.

 

Leider finde ich dass Du nicht nach deinem eigenen ausgesprochenen Regeln handeln wolltest. Ich hätte gerne die Gewissheit dass ich dir vertrauen könnte. Ich hätte gerne die Sicherheit dass ich Schutz und eine Art Rückendeckung deinerseits erfahren darf.

 

Angenommen es war tatsächlich was Falsches mit meinem Verhalten dir gegenüber, stelle ich mir die Frage, wäre das was Menschliches genau wie deiner letzte Aussage? Ich kann das nur bejahen da Du nicht der einzige Mensch in dieser Runde bist. Ist es nicht die Aufgabe von wahren Freunden andere Freunde zu verzeihen? Ich hätte gern etwas Integrität deinerseits erfahren um das Gefühl dir vertrauen zu können.

 

Jeder hat das Recht sich selbst zu schützen vor der Ungewissheit und Unruhe anderer. Genua wie Du dich von mir „schützen“ wolltest und zwar schon bevor ich dich verprügelte, ist es immer noch mein Ziel mich vor dir und deiner Unaufrichtigkeit schützen muss.

 

Von Hamm bis Eimsbüttel habe ich häufiger nett ausgeschmückte Geschichten hören müssen wie es z.B. mit der Praxis ging wo ich was komplett anderes von den Leiterinnen zu hören bekam. Ich wünschte Du wurdest mich mit etwas mehr Respekt behandeln als mir was auszumahlen was nicht stimmt und erwarten dass ich dir dabei glaube.

 

Mir zu sagen ich habe niemanden gegen dich aufgebaut aber gleichzeitig unzählige Menschen dazu bewegen bei den Leitern des Ambulatoriums anzurufen zu lassen um gegen die „Gruppenzusammensetzung“ zu protestieren. Es waren so viele dass die Leiterinnen selber sich über die, nach eigenen Aussagen, Lawine der Anrufe wunderten. Eine der Leiterinnen sprach dich sogar darauf an und hat dir indirekt vorgeworfen eine Front mir gegenüber aufzubauen.

 

Ständig paradoxe Aktionen während wir zusammenwohnten die dazu dienten eine Kluft zwischen uns zu schaffen die dann aber mit der Aussage gründest „es gibt ja keinen Uns!“. Ich dachte Du wolltest keine „uns“ und jedes Mal wo ich nach diesem Prinzip der Entfernung handelte hast Du dich aufgeregt und mich zu Rede gestellt.

 

Ich hätte gerne das Gefühl gehabt mich nicht ständig in einem Bereich der Selbstschutz begeben zu müssen um auf deine verletzende, leider manchmal verachtende Kommentare und Handlungen antworten zu müssen. Ich hätte gerne die Zeit zurückgedreht um mich nicht auf dich verlassen zu müssen, dabei mich in einem Kreis der unendlichen Aktionen, Gegenaktionen, Verzeihung und Widersprüche zu begeben.

 

Ich wusste nie wann bei dir die Tatsachen anfangen und wann die Ausschmückung dessen aufhört. Mir fiel auf dass Du an manchen Zeiten deine Aussagen, Ideen und vermutlich die dahinter steckenden Prinzipien änderst. Ob aus Unsicherheit, aus einem Bedürfnis der Signifkanz oder Unkenntnis heraus ist mir unbekannt. Ich weis nur dass es für mich unheimlich anstrengend war einen sicheren Hafen unter diesen Umständen zu finden wo ich dir das Vertrauen schenken könnte den Du auch verdient hast.

 

Wenn dein Ziel war eine Freundschaft zu bauen, dann habe ich mich oft gefragt warum die Zusagen wenn ich dich um was gebeten habe? Warum die nach Außen getragene Einsicht wenn Du nicht zuhören wolltest? Warum, obwohl Du mich zutiefst verletzt hast nach dem wir feierten, Du mir aus dem Weg gingst obwohl ich bereit war nach deinem Prinzip der Verzeihung und Versöhnung zu handeln, mit dir wieder zusammenarbeiten wollte im Lehrgang aber sah dass Du lieber mit anderen die Stunden und Untersuchungen machtest. Deine ganze Körpersprache war darauf gerichtet mir aus dem Weg zu gehen obwohl ich nicht der Übeltäter in diesem Augenblick war. Kannst Du dir ausmahlen wie verletzend und respektlos für das erschien, meine Hand auszustrecken als ob nichts passierte und danach mit so eine Handlung gegenüber gestellt zu sein? Hoffentlich verstehst Du jetzt warum deine Art die Sache heute aus der Welt zu schaffen eher das gegenteilige Effekt erzielt als was Du dir gewünscht hast; es kommt mir so einseitig ohne Fundament vor.

 

Ich hatte Schwierigkeiten dir zuzuhören, wirklich zu wissen was Du wolltest obwohl, wie ich finde, ich mir wirklich Mühe gab um dir nicht auf die Füße zu treten. Vielleicht habe ich zu viel erwartet von dir. Ich habe erwartet dass Du zu deinem Wort stehst, genau wie es vielleicht der Fall bei mir gewesen. Ich erwartete dass Du nach meinen Kodex der Ehre, der Ehrlichkeit und der Treue handelst. Du warst nämlich derjenige der mir beibrachte dass man Freunde auch große Ausschweifer verzeihen kann und sollte.

 

Daher der vergleich mit den Menschen aus dem Lehrgang. Ich habe mir gewünscht ein anderes Bild deiner Heimat und seine Bewohne sehen zu dürfen. Ein wo man anderen Spaß gönnen kann und wo man Fairness und Gerechtigkeit nicht nur für sich selbst und seine eigenen Interessen propagiert sondern auch für andere die sich entschieden haben anders zu leben. Leider war das nicht der Fall durch solche Aussagen wie „ich bin immer besser als Du!“ und zwar vor meinem Gast worauf ich antwortete.

 

Als Du in deinen Schriften angedeutet hast wie lange es dauerte bis dir „den Magen nicht mehr drehte“ als Du in den Lehrgang rein kamst, war leider meine erste Reaktion Schadenfreude. Mein erster Gedanke war „jetzt hat er eine gewisse Ahnung wie es mit mir ging über einen Jahr lang während ich mit ihm in der Wohnung lebte.“ Häufiger als es mir lieb war, hörte ich mich die Sätze flüstern „Gott sei Dank, er ist heute nicht da.“, „mit welchen Beleidigungen muss ich mich heute zurecht finden müssen?“ oder wenn einen Streit oder Argument im Raum stand „Wie werde ich dieses Mal ausgepowert und ausgenutzt werden und wie kann ich mich verteidigen?“

 

Ich ertappte mich viel zu oft wie ich von einem Horrorgefühl überwältigt wurde in dem Augenblick wo ich das Haus betrat und mich fragte ob ich nun den Hang zu der Realität vollkommen verlor. Häufig wollte ich einfach meine Tür verriegeln da ich nie gelernt habe nicht zu geben und einfach „nein“ zu sagen. Ich wollte dich einfach ausstoßen ausmeinen Leben und dir sagen, danke aber nein danke. Das was mich daran hinderte ist der Glaube es liegt an mir und nicht an dir dass ich schlecht schlafen könnte, dass ich ständig Alpträume hatte und dass ich mich in deiner Gegenwart nicht frei sein könnte. Wie jemand aus der Umgebung der Schule kommentierte, „er hat dir einen ganz schönen Knacks gegeben.“

 

Was mich ärgerte ist dass eine Annährung jenseits des einfachen, Zweckbedingten Zusammenlebens deinen Wunsch entsprach. Ich lenkte ein und öffnete mein Leben und zeigte was da los war. Ich hatte keine Geheimnisse vor dir und nahm dich beim Wort.

 

Motiviert, unternahm ich einen Versuch endlich jemanden vertrauen zu können. Denkend dass ich vielleicht die Stütze, die helfende, gefühlvolle Hand da ist um einfach das Gefühl zu entgehen ein Fremder in eine unvertraute Umgebung zu sein. Das Bedürfnis nach einem Zuhause spiegelt sich einfach in dem Verlangen nach Entspannung, Bestätigung, und Sicherheit. Gefühle und Zustände die ich leider nie fühlen könnte solange wir zusammenlebten. Manchmal reicht das Ego die Täuschung einen Ort zu haben als die Tatsache dies zu besitzen.

 

Ein Bedürfnis nach Fairness. Der typische Lauf der Dinge war dass Du dich beschwert hast über bestimmte Dinge die getan habe, ich nahm das an und habe mich entschieden diese zu ändern. Leider war das so wenn die Beschwerde meinerseits auftauchte, bekam ich eine Antwort und womöglich eine Änderung der gegenwärtigen Handlungen, aber leider war das nie von Dauer. Es kam mit vor wie Szenario was ich häufiger hier erleben dürfte; wie die hier nicht dazu gehören, dürfen uns ändern, umgekehrt leider nicht.

 

Deswegen auch der Vergleich mit anderen in der Schule; ich vermute Du hast mitbekommen was ich erlebt habe als ich versuchte mich zu entwickeln in einer Sprache die ich nicht verstehe. Ich brachte meinen Laptop und meinen Rekorder und vielleicht hast Du gesehen was geschah. Daher die Aussage dass sogar der einfache Spaß mir nicht gegönnt wird, ich habe mir gewünscht einfach den Stress vom Außerhalb auch zuhause vermeiden zu können. Leider war das nie möglich.

 

 

Kein Baum, keine Pflanze hat es jemals geschafft ohne Wurzeln zu überleben. Irgendwann entschied ich mich dafür, Wurzeln einzuschlagen (einen Ursprung hier zu kreieren), egal in welchem Land. Uninteressant war die Überlegung in welchem Boden oder unter welche Atmosphäre, ohne zu reflektieren diese Tat das lang ersehnte Leben für meine Seele mit sich bringen könnte. Ob dieser Boden überhaupt nahrhaft ist war mir bis heute nie bewusst. Die Frage habe ich einfach ignoriert ohne die Gesetzte der Natur zu beachten.

 

Obwohl auf meine Interessen beharrt, lehnte ich ab, deren Seelengebende Essenz zuzuhören. Das ständige Flüstern dass es sich nur um Verluste handeln könnte, dass dieses unmögliche Abenteuer anzugehen nur Frust gebären kann und damit einen Freund schaden zufügen könnte, war nur eine Missachtung meiner Warnsignale. Vielleicht deswegen wirkte ich so oft so Unnachahmungswürdig.

 

Es war letztlich meine Entscheidung ob ich mich öffnete oder nicht. Noch nie war mir bewusst wie in den Tagen danach wie viel ein Mensch einrichten kann im Herzen eines anderen. In dem Augenblick wo ich einen anderen den Zugang gewähre in mein Herzen einzutreten, kann er mich heilen, bauen, verletzen oder sogar Teile von mir vernichten. Deswegen kommst hier raus als Gewinner denn Du hast mir den Zugang nicht erlaubt.

 

Es sind wahrscheinlich Prinzipien dieser Gesellschaft, wenn man selber nicht ein Wolf darstellt, wird man von Wölfen gefressen. Menschen zu fragen wie es ihnen geht scheint eher eine Beleidigung ihrer innerlich induzierten Sedierung. Es sei euch gegönnt. Ich kann nur vermuten warum ihr so leben wollt und was das für einen Genuss darstellt. Was ich wirklich weis ist dass ich mich längst vom Tisch ausgeladen habe, wenn überhaupt ein Platz für mich und meines Gleichen jemals da war.

 

Du hast mich irgendwann mal kritisiert warum ich wohl auf diese Menschen die eine wenig optimale Handlung von sich geben konzentriere. Meine Antwort damals, wie kann ich mich nicht darauf konzentrieren wenn die Guten Angst vor mir haben? Heute füge hinzu, wie kann ich mich auf gute Menschen fokussieren wenn diese mich aufgrund meiner Sexualität beschimpfen in dem Augenblick wo ich anfing sie zu vertrauen? Wie kann ich mich auf die besseren Menschen verlassen wenn sie jeden Tag neue Aussagen bezüglich ihres Daseins stellen? Mir wäre sehr lieb einen sicheren Boden unter den Füßen zu haben, Menschen die mir Rückendeckung geben können während ich mir einen Platz auf diesen Teil der Erde erkämpfe.

 

Egal ob es sich um einen Lauf hinter einem eben fahrenden Zug handelte um ein Geschenk zu geben oder ob es sich  Beistand in Fällen wo ich dachte dieser als nötig zu sein, ich habe nie Bedingungslos gehandelt. Ich wollte meine Bedürfnisse stillen aber anscheinend habe deine nicht sehen können, oder wollen.

 

Es gab Zeiten wo man auf der Arbeit mir kein glauben schenkte aufgrund meiner Herkunft und diese Annahme bestätigte in dem man mir sagte dass mein Volk nur eins kennt und zwar Menschen in die Luft zu jagen, zu (er-)warten dass noch ein Flugzeug in einem Turm rein fliegt oder dass ich eher der Kellner oder Tresenkraft als ein Trainer wäre. Die Krönung war von manchen auf der Schule die Behauptung aufgestellt zu bekommen, ich gehöre zu den wenigen die den deutschen Staat nicht ausnutzten.  Es war mein Wunsch so viel zu tun um dir entgegen zu kommen damit ähnliche Szenarien sich nicht wiederholten, wo ich mich ständig beweisen und oft die ganze Arbeit, egal ob die tatsächliche zuhause oder die übertragene in mir selber, machen muss.

 

Vermutlich hast Du mitbekommen wie ich meine Arbeit verlor oder wie ich häufig vor einem leeren Kühlschrank stand. Es gab vieles was ich aus meinem Leben verschwiegen hatte. Vieles was ich manchmal tagtäglich in meiner Arbeit erlebte was mir Kraft und Lebensfreude raubte. 

 

Den Dreck den ich durchmachte und immer wiederholen musste, ob auf der Arbeit, in der Schule oder in der Wohnung, wollte ich wegtaufen. Mir einen Kurzweil und etwas Dekadenz einräumen. Denn wie ich finde, habe ich kleine Pausen immer und immer wieder verdient.

 

Das ganze wollte ich entrennen, mir ein ruhiges Leben für ein paar Stunden bescheren und Selbstbestätigung holen. Die Bestätigung war Unfairerweise habe ich bei dir gesucht, denkend Du verstehst was es heißt als Teil einer Minderheit in dieser Gesellschaft der „no special interests“ Philosophie. Eine andere Möglichkeit war mir diese Bestätigung in der Schule mit meinen Schularbeiten und Leistungen zu holen.

 

Auch der Versuch mit euch allen durchzuhalten, der immer noch läuft, wurde deinerseits mit dem „Tebonin-Witz“ gekürt als ich meine Konzentration auf natürliche Weise steigern wollte. Es zeigte mir leider wie erfolglos ich in meinem Versuch war wirkliches Verständnis zu erlangen für das was ich versuche zu erreichen. Ich will Deutschland so schnell wie möglich verlassen, aber damit ich nicht noch mal in die Rolle des „guten Kollegen“ falle möchte die Arbeit ausüben können die ich liebe und nicht noch mal von vorne anfangen deswegen der Stress und harte Arbeit.

 

Ich kam mir manchmal vor wie der Gastarbeiter, der die Drecksarbeit erledigen musste aber sich gleichzeitig nicht nach vorne bringen darf um seine Situation zu verbessern. Erstmal den Dreck der eignen Geschichte aufräumen, daher die Wunde und manchmal den Dreck in der eignen Wohnung. Mein Bedürfnis nach Gleichstellung klappte nicht vor den Behörden und die Voreingenommenen dieses Landes, ich habe zumindest gehofft dass es mit dir, ein Teil der gebildeten, kultivierten Masse klappt.

 

Es sind wahrlich meine eigenen Vorstellungen für die ich die Verantwortung trage. Meine illusorische Hoffnung war diese Vorstellung vernichten zu können und nicht durch neue Taten bestätigt zu bekommen. Es war meinen Traum mich endlich hier zu entspannen und wenn ich dich zu diesem Zweck missbrauchte, dann war es nur um neue Vorstellungen zu kreieren.

 

Ich wollte nichts Materielles, nicht Überwältigendes sondern nur den Trost und Sicherheit dass ich mich nicht in meiner eigenen Wohnung verteidigen und jeden Atemzug erklären muss. Ich wollte keinen Liebhaber sondern einen Freund mit allem was dieses Wort für mich beinhaltet.

 

Mir wurde ein ehrlich gemeintes Wort was vom Herzen kommt, eine menschliche Zusprechung und eine moralische Unterstützung viel mehr bringen und bedeuten als viele „Hilfestellungen“ die als Selbstverständlich angesehen wird.

 

Das ist was ich an einem Zuhause meinte; mit dir und durch dich zu erfahren wie die Menschen hier sind? Warum das Leben hier manchmal so schwierig ist wie ein Hürdenlauf unter Krokodilen ist und wie ihr das hinkriegt? Weil ich das nicht schaffe und älter werde ohne jegliche Zustimmung unter euch. Ihr und Du braucht so was wie Bestätigung nicht, es ist euer Land mit einer scheinbaren homogenen Struktur. Alles läuft sein Gang und wehe es versucht jemanden diese „Harmonie“ zu stören; dann winkt die Einsamkeit und die eingefrorenen Gesichter. Vielleicht verstehst Du das oder auch nicht; hier zu sein komplett auf sich alleine gestellt zu sein ohne jegliche finanzielle Unterstützung ist ein harter Job. Mir bleibt diese Ausbildung als Erlösung von euch, euren Kommentaren und eure Uneinsichtigkeit. Deswegen habe ich dich häufiger um Hilfe gebeten. Ich sehe es heute ein dass ich es hätte nicht tun sollen. Ich hätte mich auf meine eigene Kräfte verlassen sollen wie ich es immer getan habe.  

 

Die Tatsache dass Du andere Länder bereist hast spricht für dich. Meine Hoffnung dass Du ein Verständnis für die Menschen außerhalb deines Kulturkreises mitbringst, in unserem Zusammenleben war wohl zu viel gewollte ohne dir eine klare Aussage diesbezüglich zu geben. Daher stammte meinen Vorwurf der Respektlosigkeit, ich dürfte nach dieser Harmonie suchen, sie dir bereiten aber sie umgekehrt genießen, leider nicht.

 

Vermutlich musstest Du nie einen Kranken oder Sterbenden Verwandten pflegen und dabei die Kraft, die Verzweiflung an dich selbst zu umgehen, selber oder aus Büchern holen. Es gibt Momente im Leben da reicht die eigene Kraft nicht mehr aus. Da gelten eure Prinzipien definitiv nicht da es sich um eine andere, in den Medien und vielleicht den Köpfen der Menschen, negativ zelebrierte Parallelgesellschaft handelt.

 

Sogar als ich dich schlug beneidete ich dich; ich verließ die Wohnung unmittelbar nach dir um in eine leere Wohnung ohne irgendjemand zu wohnen. Zwar war Jan da, aber er verstand nicht was in mir geht und wie es sich fühlte eine Beziehung so zu beenden. Ich bleib dort zwei Wochen und kam erst zurück als Elizabeth einzog.

 

Vermutlich warst Du bei deiner Schwester, ein Familienmitglied. Ob sie dich moralisch trug oder nicht, mag ich mir nicht ausmalen aber vielleicht half die vertraute Umgebung den Schock zu überwinden.

 

Ich hingegen, der Täter, war alleine mit meinen Schmerzen und bin es immer noch. Sonst hätte ich alles was geschah, genau wie Du, als menschliche Fehler abgetan und mir die Alpträume ersparte. Nein, da ich meine Wunden selber ablecke wird meine Heilung nicht auf diese Art ablaufen.

 

Ich habe dich um vieles beneidet; die Tatsache dass Du dich mit Gerichtsvollzieher nicht rumplagen musst, dass Du nicht um zwei Uhr morgens zu deiner Mutter laufen musst da es ihr sehr schlecht geht, dass für deine Ausbildung und Miete gesorgt wird und Du dich nicht fragen musstest, so viel ich weis, ob diese nächsten Monat bezahlt werden können.

 

Während wir die seltene Gelegenheit hatten über Musik und Kunst zu reden, hast Du mich gefragt ob ich die Zeit mit Tocotronic hier in Hamburg miterlebt habe. Ich habe damals diese Frage bejaht, wohl wissend dass ich diese Band erst neulich kennen lernte. Mein Ziel war nicht mein Unwissen zu bedecken oder mich im Vordergrund zu stellen. Ich wollte meine Schmerzen verheimlichen dass ich seitdem ich siebzehn bin ziemlich alle Herzzentren von Hamburg bis Bielefeld gut kenne weil ich meinen Vater querbeet durch diese Republik hinterher fuhr.

 

Ich wollte meinen Nachholbedarf nicht offenbaren, aber vermutlich haben mich meine Taten verraten.

 

 

 

 

Es gibt keine schnelle Lösung um ein gebrochenes Herz, eine zerstörte Täuschung wieder zu heilen. Da ich diesen Weg alleine beschreite, meine Ziele Zeit und Mühe brauchen werde ich oft an diesen nicht so schönen Momenten denken die ich mit dir verbrachte.

 

Ein Lächeln beim Vorbeigehen in einem Gang, die Offenhaltung der Klotür oder die Aussage „es ist menschlich“ um deine Fehler zu erklären reicht mir nicht, denn Du hast die Lösung gesucht die für dich passte. Die aber entspricht nicht meinem Bedürfnis nach Gerechtigkeit. Den Vorwurf dass ich mir alles zuzusprechen habe was ich mit manchen erlebe reicht mir das Zusammensein mit dir in einem Haus auch nicht. Ich sehe ein dass wir nicht nur „nie beste Freunde“ sein werden, sondern nie Freunde waren oder werden. Ich habe dir viel zugemutet was Du nicht kanntest und was nicht in deinem Bereich gehörte. Du bist weder mein Bruder, Liebhaber, sonst bist aus der gleichen Ethnizität oder Hintergrund. Es war unfair zu erwarten dass Du mehr zu bieten hast, als Du geben könntest.

 

Denn trotz meiner Reue, meiner tiefen Verzweiflung die durch meine Tat nur noch mehr entflammte, änderte sich meine Meinung dir gegenüber leider nicht. Ich sucheeine Erlösung bei dir und die Hoffnung „einen Bruder“  in dir oder überhaupt in diesem Teil der Erde zu finden erscheint am besten illusorisch und infantil.

 

 

 

 

Wäre unser Zusammenleben einen Wettkampf, hätte ich für die Tatsache gewonnen dass ich den größten Schaden errichtete.

 

 

All das ist eine zu große Verantwortung für dich gewesen.

 

 

People shouting at the world over megaphones; Size=240 pixels wide